Schmerzen während der Geburt?
Datum: June 27, 2026 14:06
Hallo, mein Name ist Zohre, ich bin 28 Jahre alt, Mama und die
Hamburger Hebamme.
In meiner Arbeit als Hebamme unterstütze ich Familien in den Bereichen
Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett als auch im ersten Lebensjahr des
Kindes.
Was mir in meiner Arbeit sehr wichtig ist, ist Respekt anderen gegenüber
und vor allem auch offen und unvoreingenommen einander gegenüberstehen.
Jede Familie hat ihren eigenen Weg und genau das sollte respektiert
werden.
Beim Gedanken an eine Schwangerschaft oder die Geburt kommt
vielen Frauen als erstes die Angst vor den Schmerzen in den Sinn. Bin ich den
Schmerzen gewachsen? Schafft mein Körper das? Wie groß werden die Schmerzen
sein? Sowohl als Hebamme als auch als Mama verstehe und kenne ich diese Sorgen
– von mir selbst, aber auch von vielen Mamas, die ich bei ihren
Schwangerschaften und Geburten begleiten durfte. Aus meiner Erfahrung kann ich
sagen: Nicht jede Frau empfindet eine Geburt als schmerzhaft. Jede Geburt ist
anders und selbst bei zwei Geburten kann eine Mutter völlig unterschiedliche
Erfahrungen sammeln.
Es gibt zudem viele Möglichkeiten, wie man Schmerzen bei der
Geburt lindern kann. Wie das aussehen kann, verrate ich Dir:
Bewegung: Geburt bedeutet Bewegung,
und diese kann sowohl schmerzlindernd sein als auch den Geburtsfortschritt
positiv beeinflussen. Meist wissen Frauen ganz intuitiv, welche Bewegungen
ihnen guttun, wie etwa Beckenkreisen oder umhergehen.
Die
richtige Atmung:
Deine Hebamme wird Dich sicher zum Atmen anleiten. Tief durch die Nase ein- und
mit spitzem Mund so langsam es geht wieder ausatmen. Hierbei ist tiefe
Konzentration besonders wichtig.
Badewanne: Nicht jede Frau ist eine
Wasserratte, aber warmes Wasser kann lindernd sein. Wasser ist ein schönes
Element für die Geburt. Dein Baby ist schließlich auch seit seiner Entstehung
nur im (Frucht-)Wasser.
Massage: Ob mit den Händen,
Igelbällen, durch Deine:n Partner:in/Geburtsbegleiter:in oder Deine Hebamme. Eine
sanfte Massage am Kreuz oder Rücken kann Dir Entspannung und Linderung
verschaffen.
Tens-Gerät: Transkutane elektronische
Nervenstimulation. Dabei bekommst Du Pflaster mit Kabeln an den Rücken geklebt,
welche Dir Impulse geben, die sich anfühlen wie Vibration. Viele Frauen
berichten von signifikanter Schmerzlinderung.
Schmerzmittel
werden abhängig von der Klinik gegeben: Die einen arbeiten mit Lachgas, die anderen mit
verschiedenen Infusionen. Jede Klinik hat andere Standards. Meist beginnt man
mit krampflösenden Schmerzmitteln und am Ende der Kette steht dann die PDA.
Mein
Rat als Hebamme ist: Probiere aus, was zu Dir passt. Das eine Heilmittel für
alle gibt es nicht. Daher ist es wichtig, auf Deinen Körper zu hören. Was
schlägt gut an und was nicht? Du magst keine Massage? Kein Problem! Dann
probierst Du eben etwas anderes aus. Und meist entdeckt man während der Geburt
ganz neue Seiten an sich selbst.